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Haare und Spiel gleichermaßen farbig: Elisabeth Pähtz gewinnt
Pähtz zieht Freibauern durch
Marco Held
Zwei Runden vor Schluss werden die Karten bei der Frauen-Europameisterschaft neu gemischt. Die Titelträgerin von 2000, Natalia Zhukova aus der Ukraine, gab ein Dauerschach gegen die führende Zhaoqin Peng und nahm der ungeschlagenen Holländerin einen weiteren halben Zähler ab. Durch diese Schützenhilfe konnte die Russin Alexandra Kosteniuk mit einer Energieleistung zur Spitzenreiterin aufschließen. Das 20-jährige FIDE-Schach-Sternchen trug erneut ihren knall-orangen Sieges-Pullover mit passenden riesigen Ohrringen, überzeugte aber auch auf dem Brett gegen die ehemalige gegen Antoaneta Stefanova. Nach 78 Zügen gab sich die Bulgarin geschlagen und besiegelte die neue Doppelspitze, nachdem Peng lange allein geführt hat. In der Vorschlussrunde ab 13 Uhr heute ist Spannung garantiert, wenn es zum großen Showdown zwischen den beiden bisher stärksten Aktiven des Turniers kommt.
Drei Spielerinnen rangieren in der Verfolgergruppe auf den nächsten Plätzen. Dabei opferte die Rumänin Cristina Adela Foisor erfolgreich gegen Elina Danielian, nachdem sie das gesamte Turnier noch nicht an der Spitze zu sehen war. Zum Trio gehören auch noch Natalia Zhukova und Irina Slavina, die sich ein Remis gegen die Polin Monika Socko erspielte. Das Geschehen an der Spitze bestätigt bisher die Einschätzungen der Experten, dass es die topgesetzten Spielerinnen in der breiten Spitze schwer haben, für klare Verhältnisse zu sorgen. Die beiden Schlussrunden werden noch einige Überraschungen bereit halten. Vielleicht kann dazu auch Elisabeth Pähtz beitragen, die gestern mit den schwarzen Steinen einen Klasse-Tag erwischte. Die Dresdner Hoffnung überspielte ihre spanische Kontrahentin Monica Calzetta-Ruiz und bildete einen Freibauern, der schließlich den Tag zu ihren Gunsten entschied. Mit 6,5 Punkten verkürzte die 19-jährige den Rückstand zur Spitze und kann wieder um einen der ersten 12 Plätze kämpfen, die WM-Qualifikation.
Strahlendes Geburtstagskind: Elena Winkelmann (jetzt 13 und immer noch Jüngste!)
Dresden vs. Mamedjarovas

Einen halben Zähler gab es für die Gastgeberinnen im Kampf „Dresden gegen Mamedjarova“. Während Tina Mietzner von der älteren Schwester Zeinab überspielt wurde, gab die jüngere Turkan Dauerschach gegen Galina Shmirina, die sie auf matt gestellt hatte. Deren 14-jähriger Tochter Evgenija musste man gegen die starke Russin Natalija Pogonina einmal wieder eine schlechte Partie zugestehen nachdem sie das ganze Turnier über den Erwartungen gespielt hatte und weiterhin die IM-Norm in den Händen hält. Während Claudia Meißner zu ihrer Partie ratlos meinte: „Sie hat mich aus der Eröffnung überspielt, keine Ahnung was falsch lief.“, konnten zwei andere Deutsche auf sich aufmerksam machen. Einer strahlenden Ulrike Rößler gelang der vierte Sieg in Folge, während Jessica Nill im „deutschen Duell“ die Oberhand gegen Diana Skibbe behielt. Mit einem sicheren Remis gegen die Russin Evgenija Ovod festigte zudem Anne Czäczine ihre IM-Norm nach 10 Runden. Geburtstagskind Elena Winkelmann wurde 13 Jahre alt, erspielte sich ein Remis gegen die Schwedin Emilia Horn und war trotzdem nicht ganz zufrieden: „Mindestens einmal will ich noch gewinnen!“, meinte sie nach der Punkteteilung. Die Chancen dafür stehen gut: zwei Gelegenheiten haben noch alle Teinehmerinnen im Feld!
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