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| Bundestrainer Uwe Bönsch |
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Vor eigenem Publikum in gute Stimmung kommen
Dagobert Kohlmeyer
Dresden richtet ab 20. März die Frauen-EM aus, das heißt, seit vielen Jahren findet wieder einmal eine Einzelmeisterschaft im Schach in Deutschland statt. Wir sprachen darüber mit Bundestrainer Uwe Bönsch.
Wer wird für den DSB spielen?
Es steht noch nicht endgültig fest, wer alles teilnimmt. Die Meldefrist für die Anmeldung lief erst am 20. Februar ab. Das heißt, wir müssen noch abwarten, wer am Ende tatsächlich mitspielt. Bei einigen von unseren Kaderspielerinnen ist es ja so, dass sie neben dem Schach noch eine Familie haben. So ist es nicht immer ganz leicht für sie, alles unter einen Hut zubringen, zum Beispiel die Kinderbetreuung über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten. Also, ich möchte nicht ausschließen, dass die eine oder andere - einfach aus objektiven Gründen - nicht teilnehmen kann. Wahrscheinlich wird das Ketino Kachiani betreffen.
Aber Elisabeth Pähtz ist doch sicher dabei?
Ja klar. Sie wird seit vielen Jahren vom DSB gefördert. Auch in Dresden hat sie sehr gute Bedingungen. Elisabeth erhält tägliches Training. Sie hat einen persönlichen Coach, mit dem sie das vorbereiten wird. Während des Turniers hat sie den Trainer auch zur Seite. Also ich denke schon, dass sie gute Bedingungen hat, hervorragende Leistungen zu zeigen.
Auch wenn Elisabeth aus Erfurt stammt, spielt sie in Dresden quasi zu Hause. Kann man eigentlich im Schach von einem "Heimvorteil" sprechen?
Einen direkten Heimvorteil würde ich nicht sehen. Es kommt sehr stark auf die Einstellung zum Wettkampf an. Das ist die Hauptsache. Natürlich kann eine heimische Umgebung das Ganze positiv befördern. Dass man sich zu Hause vielleicht sehr wohl fühlt und dann sagt: "Okay, vor eigenem Publikum komme ich in eine sehr gute Stimmung und spiele deshalb auch erfolgreich. Doch ein echter Heimvorteil ist, so glaube ich, nicht nachweisbar. Am Brett kämpft jeder für sich allein.
Natalja Shukowa, Almira Skriptschenko, Antoaneta Stefanowa, Pia Cramling - bei jeder Europameisterschaft gab es bisher eine neue Siegerin. Wie würden Sie die Chancen der DSB-Damen sehen?
Ich hoffe, dass Elisabeth Pähtz auch ein gewichtiges Wort mitreden wird. Es gibt eine Reihe von Anwärterinnen auf den ersten Platz, aber keine klare Favoritin. Elisabeth ist vielleicht noch nicht in der absoluten Spitze zu Hause, doch wenn alles gut läuft, dann traue ich ihr auch einen vorderen Platz zu.
Es geht ja in Dresden nicht allein um EM-Medaillen.
Das Entscheidende ist die Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft. Ketino Kachiani hat sie bei der letzten Europameisterschaft schon geschafft. In Dresden muss man sich unter den ersten 12 Spielerinnen platzieren, dann hat man die WM-Fahrkarte gelöst. Es wird schwer genug, denn Openturniere haben ihre eigenen Gesetze.
Wie schätzt der Bundestrainer das Engagement der Dresdner für Schach ein?
Das Dresdner Schach hat sich in den letzten Jahren äußerst positiv entwickelt. Es gibt vielfältige Aktivitäten, eine große Anzahl von Turnieren. Also, ich denke, da passt sich die Europameisterschaft der Frauen nahtlos mit ein. Es ist ein weiterer Höhepunkt in der Vielfalt der Wettkämpfe. Und man darf nicht vergessen, dass Dresden plant, sich für die Schacholympiade 2008 zu bewerben. Ich meine, dass die Chancen dafür gar nicht so schlecht stehen. Dann wäre die Europameisterschaft natürlich auch als ein Schritt in Richtung Olympiade zu betrachten.
Garri Kasparow kommt Ende März auch nach Dresden. Er will dort unter anderem simultan spielen und seinen zweiten Band über die früheren Schachweltmeister präsentieren.
Ich freue mich darüber. Er wird sicher auch mal einen Blick zur Frauen-EM riskieren. Wenn die Nr. 1 der Weltrangliste zu so einem Schachereignis kommt, ist das immer eine Besonderheit.
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