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Sie sorgten auf der Bühne für ein packendes innerdeutsches Duell: Jessica Nill gegen Elisabeth Pähtz
Favoritenstürze auf der Bühne
Marco Held / Dagobert Kohlmeyer
Zahlreiche Schach-Asse ließen es sich in Runde zwei nicht nehmen, live die Partien der stärksten Frauen des Kontinents im Treff-Hotel zu verfolgen. Einer der renommiertesten im Auditorium war der Schweizer Spitzenspieler Yannick Pelletier, der allerdings vor allem Augen für das Brett seiner Freundin hatte – Elisabeth Pähtz. Die hatte große Mühe im live ins Internet übertragenen „deutschen Duell“ gegen Jessica Nill. Elisabeth wählte die Königsindische Verteidigung, einen Partieanfang, bei dem man auch mit Schwarz erfolgreich auf Sieg spielen kann. Die Baden-Ooserin Jessica Nill zeigte sich nach dem Ende der Partie müde und enttäuscht: „Ich stand eigentlich von den ersten Zügen an besser. Irgendwann unterliefen mir zwei Fehler und ich musste eine Figur opfern. Ob ich danach noch Chancen aufs Remis ausgelassen habe – keine Ahnung!“ Elisabeth Pähtz selber hatte nach dem erfolgreichen Kampf um die „weiße Weste“ nur noch Zeit für ein Lächeln und einen kurzen Kommentar: „Genauso anstrengend wie gestern schon“, meinte sie und verschwand mit Yannick Pelletier aus dem Spielsaal. Mit ihren beiden Siegpartien hat sich die U18-Weltmeisterin von 2002 eine gute Ausgangsposition für das weitere Turnier geschaffen, zumal einige Favoritinnen auf der Bühne heute erste Federn ließen.
Tea Bosboom-Lanchava hatte offenbar die richtigen Varianten im Kopf und siegte gegen Ekaterina Kovalevskaya aus Russland
Ukrainisches Talent glänzt

Gleich drei der sechs besten Damen mussten sich ihren Kontrahentinnen geschlagen geben und zeigten sich enttäuscht über die Resultate. Besonders die Ukrainerin Natalia Zhukova, Europameisterin von 2000, ärgerte sich über die Niederlage gegen ihre 14-jährige Landsfrau Anna Muzychuk. Das Supertalent wird den Dresdner gut bekannt sein, spielte sie doch schon zweimal beim sommerlichen ZMD-Open mit. Niederlagen quittieren mussten auch Nana Dsagnidze gegen Zeinab Mamedjarova, die Schwester des Junioren-Weltmeisters, sowie die Russin Ekaterina Kovalevskaya gegen Tea Bosboom-Lanchava. Immerhin einen halben Zähler abgeben musste die Turnierfavoritin Pia Cramling gegen die Russin Tatiana Stepovaia. Souverän zeigte sich einzig FIDE-„Schach-Sternchen“ Alexandra Kosteniuk (heute allerdings nicht um schachlichen Outfit, sondern im Cord-Anzug), während die bulgarische Top-Spielerin Antoaneta Stefanova große Mühe mit der Polin Joanna Dworakowska hatte und erst noch 89 Zügen die Hand zur Aufgabe gereicht bekam.
Erwartungsgemäße Resultate gab es für die Dresdner Starterinnen im Feld. Elena Winkelmann hatte einen schweren Stand gegen die serbische Spitzenspielerin Natasa Bojkovic, und auch Evgenija Shmirina hatte vergeblich auf eine leichtere Kontrahentin gehofft. Nach der gestrigen Niederlage gegen die Polin Marta Zielinska sollin Runde drei der erste Sieg für die Vize-EU-Meisterin folgen. Dies gelang dagegen bereits in der gestrigen Runde zwei Tina Mietzner, Ulrike Rößler und Claudia Meißner. Dagegen musste sich Anne Czäczine aus Chemnitz nach ihrem sensationellen Auftakterfolg gegen die Rumänin Christina Adela Foisor heute einer weiteren Ausnahmekönnerin geschlagen geben. Sie unterlag der Armenierin Lilith Mkrtchian.
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