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Anna Sharevich (links) brachte die Europameisterin von 2000, Natalia Zhukova, an den Rand der Niederlage
Titelträgerin von 2000 wackelte
Marco Held / Dagobert Kohlmeyer
Auftaktrunde für die Frauen-Europameisterschaft am heutigen Tag im Treff-Hotel – erfahrungsgemäß nicht nur der Startschuss für die sehr beschäftigten Fotografen, sondern auch eine Gratwanderung für die Favoritinnen. Auf der einen Seite sollte sich die Gegnerschaft durchaus als schlagbar erweisen, auf der anderen Seite spielt die Nervosität in der ersten Partie eine besonders große Rolle.
Auf den live ins Internet übertragenen Spitzenbrettern geriet von den Turnierfavoritinnen einzig die erste Europameisterin aus dem Jahr 2000, Natalia Zhukova, in Schwierigkeiten. Nach einem misslungenen Mittelspiel brauchte sie materiell im Nachteil brauchte im Endspiel viel Glück und die Hilfe ihrer weißrussischen Kontrahentin Anna Sharevich, um ihren ersten Sieg zu feiern. Die anderen Topgesetzten hatten weniger Probleme ihre Partien für sich zu entscheiden. Die beiden anderen Europameisterinnen in Dresden gewannen sicherer. Pia Cramling aus Schweden konterte nach einem Fehler Marina Makropoulou (Griechenland) und Antoaneta Stefanova aus Bulgarien siegte gegen Irina Zakurdjaeva (Russland).
Warten auf die Gegnerin: Elena Winkelmann (links) hielt eine Stunde durch und bekam den Punkt
Überraschung durch Galina Shmirina

Eine dichte Zuschauertraube stand um das Brett von Großmeisterin Elisabeth Pähtz. Die 19-Jährige vom Dresdner SC siegte mit Weiß gegen die Holländerin Bianca Muhren. Ihre starken Freibauern am Damenflügel brachten am Ende nach einigen genauen Zügen die Entscheidung. Bei der vorigen Europameisterschaft hatte Elisabeth diese Gegnerin schon einmal bezwungen, damals ging es nach ihren Worten leichter. Diesmal waren mehr als 70 Züge nötig, bis die Entscheidung fiel.

Dort sorgte die Dresdnerin Galina Shmirina in der Auftaktrunde am nächste Tag für eine absolute Überraschung. Die 38-jährige DSC-Spielerin profitierte in einer kritischen Stellung von einem Fehler ihrer litauischen Gegnerin Dagne Ciuksyte. Ein Start nach Maß also für die Erfahrenste der Dresdnerinnen im 108 Teilnehmer starken Feld bei den Titelkämpfen der besten Frauen des Kontinents.

Auch die jüngste Teilnehmerin des Turniers, Elena Winkelmann aus Dresden, konnte zu Beginn einen vollen Punkt verbuchen. Den erhielt die 12-Jährige jedoch kampflos, weil ihre Gegnerin nicht rechtzeitig im Turniersaal erschien. Nach einer Stunde stellte der Schiedsrichter die Schachuhr ab und erklärte Elena zur Siegerin.

Dagegen mussten sich die anderen Dresdner Teilnehmerinnen durchweg ihrer starken Gegnerschaft beugen. Am nächsten an einem Punktgewinn war noch Evgenija Shmirina, allerdings musste die 14-jährige DSC-Spielerin im Zeitnotgefecht mit Lilith Mkrtchian aus Armenien die Segel streichen.
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